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Frankfurt am Main, im Mai 2008 |
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Sehr geehrte Damen und Herren,
die Verwendung der Begriffe "Steuerung" und "Kennzahlen" könnte schillernder nicht sein. Dem einen ist es ein Muss, dem andern ein Graus! Unsere beliebte Gretchenfrage lautet diesmal: Braucht man Kennzahlen, um steuern zu können?
Verwenden wir einmal eine romantische Analogie: Den Kapitän eines Luxusliners auf hoher See. Sein Ziel ist die Fahrt von Hamburg nach Sao Paolo; seine Route führt von Dover über Lissabon, Madeira, die Kanarischen Inseln nach Kap Verde, bevor er sich an die Überquerung des Atlantischen Ozeans macht und via karibische Inseln nach Brasilien vordringt. Auf dieser Route steuert er mehrere traumhafte und exotische Häfen an, so z.B. Santo Antao auf den Kapverden, in der Karibik Antigua, St. Lucia, St. Vincent und Barbados und schließlich in Brasilien Fortaleza, Salvador di Bahia und Rio de Janeiro, um seinen luxusverwöhnten Kreuzfahrtgästen spannende Tagestouren zu ermöglichen, bevor sie in Sao Paolo das Ziel der Reise erreicht haben werden.
Jeden Abend kehren die Passagiere zurück an Bord, der Luxusliner legt ab und unter klarem tropischem Sternenhimmel fährt er seinem nächsten Ziel entgegen. Die Roulettetische sind gut besetzt, der Champagner fließt in Strömen...so weit, so gut.
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Seminar:
"IT Governance"
12. Juni 2008
Frankfurt am Main
Workshop:
"Vertragsmanagement"
26. Juni 2008
Frankfurt am Main
Seminar:
"Service Level Agreement"
01./02. Juli 2008
Frankfurt am Main
zur Anmeldung
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NetCo Consulting GmbH
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Was macht nun unser Kapitän derweil? Zunächst einmal hat er von seiner Reederei eine klare Zielvorgabe bekommen: Den Zielhafen unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse sicher, d.h. mit unversehrter Besatzung und zufriedenen Passagieren pünktlich zu erreichen. Einige flankierende Rahmenparameter sind dabei nach Möglichkeit, aber nicht zwingend einzuhalten: Anfahrt von Zwischenstopps, um den Passagieren neben dem üblichen Entertainment an Bord die Tagesausflüge zu ermöglichen, jedoch unter Berücksichtigung einer optimalen Planung, was die Liegezeiten in den verschiedenen Häfen betrifft, Sicherstellung, dass die geplanten Treibstoff- und Nahrungsmittelvorräte dem Plan-Budget entsprechen und einiges mehr. Nur im Falle unverhältnismäßiger Risiken für Leib und Leben der Menschen an Bord sowie ggf. für das Schiff (gravierende technische Schäden, unwetterbedingte Risiken, Meuterei, Piraterie etc.) dürfte er die Erlaubnis der Reederei haben, von seinem Ziel abzuweichen.
1. Erkenntnis: Nicht der Kapitän steuert das Schiff, sondern die Reederei, indem sie ihm klare Vorgaben gibt. Allerdings: Das Ziel ist alles, der Weg dorthin ist dem Kapitän überlassen. Die Route definiert er weitgehend selbst!
Es ist Nacht. Von der Brücke aus sieht unser Kapitän eine riesige Offshore-Windanlage. Das passiert neuerdings immer wieder: Diese Anlagen sind neu, die erforderlichen Informationen, um ihre Koordinaten auf der Route einzutragen, kommen häufig verspätet. Glücklicherweise ist unser Kapitän ein alter Hase: kurzerhand gibt er den Befehl, die Maschinen zu stoppen und den Kurs zu ändern, so dass es gelingt, das Schiff noch rechtzeitig, aber haarscharf an den Außenposten der Anlage vorbei zu steuern. Glück gehabt! In der Zwischenzeit hatte übrigens auch das Radarsystem entsprechende Rückmeldungen gegeben.
Inzwischen ist es drei Uhr nachts und die Passagiere in ihren Kajüten oder aber in der Bar im Inneren des Schiffes haben nichts bemerkt.
2. Erkenntnis: Auch wenn alle Messinstrumente funktionieren, so ersetzen sie nicht das Instrument der eigenen Wahrnehmung. Dennoch sind sie notwendig, um bestimmte Informationen dauerhaft vorzuhalten und Kurskorrekturen berechenbar zu machen!
Unser Kapitän ist auch nur ein Mensch. Er wird müde und überlässt dem ersten Steuermann Hein die Verantwortung. Er weiß aus der jahrelangen Zusammenarbeit mit seinem Steuermann, dass er sich ohne Sorge zurückziehen kann. Hein kennt die Brücke und die Messinstrumente wie seine Westentasche und ist mindestens so wachsam wie der Kapitän selbst. Auf dem Weg in seine Kajüte macht er einen kleinen Abstecher an die gut besuchte Bar. Er setzt sich neben eine nette Passagierin ("Zufriedene Passagiere" ist ein Nebenziel!) und plaudert angeregt über den nächsten planmäßigen Stopp und die Möglichkeiten während des Landausflugs. Dabei fällt ihm auf, dass der Barmann gut zu tun hat. Nahezu ununterbrochen mixt dieser schillernde Cocktails, öffnet Weinflaschen, zapft frisches Bier und versorgt damit die gut gelaunten Barbesucher. Eher selten jedoch hört der Kapitän das charakteristische dezente Surren, das die schicke neue Registrierkasse beim Bonnieren verursacht. Aber wen stört das schon, wenn man in seinen eigenen Erzählungen schwelgt...
Schließlich geht er in seine Kajüte und fällt sofort in tiefen Schlaf, bis ihn die Mittagssonne wieder weckt.
3. Erkenntnis: Messinstrumente erlauben es, Verantwortung (auch temporär) auf andere zu übertragen, wenn die Interpretation der Messergebnisse gleich gehandhabt wird! Konsistente Kennzahlensysteme machen Verantwortung auf andere Führungskräfte übertragbar und sind damit unverzichtbar in einer arbeitsteiligen Wirtschaft.
Viele tropische Nächte und heiße Sonnentage später fährt unser Luxusliner in den Zielhafen Sao Paolo ein. Der Reedereimanager vor Ort begrüßt den Kapitän und die Crew und lässt sich das elektronische Logbuch, den Treibstoffverbrauch sowie die Umsatz- und Absatzzahlen an Bord geben und wertet sie aus. Gefahrene Seemeilen und Treibstoffverbrauch entsprechen der Routenplanung, aber bei der Relation der Anzahl ausgegebener Drinks stimmen die Umsatzzahlen nachdenklich: Offensichtlich wurden 30% mehr Getränke ausgegeben als offiziell kassiert! Die Crew ist schon von Bord und der Kapitän wird zur Rede gestellt. Ihm wird siedend heiß und die Szene an der Bar fällt ihm wieder ein...
4. Erkenntnis: Kennzahlensysteme dürfen nicht zu schmal sein, d.h. auch Nebenbedingungen müssen von ihnen erfasst und kontrolliert werden. Und: "Wahrnehmungen" sollten in kontrollierte Kennzahlen fließen. Daher ist ein gutes Kennzahlensystem nie statisch, sondern entwickelt sich mit der Zeit und den hinzugekommenen "Wahrnehmungen" weiter.
Die Aufklärung der Geschichte förderte natürlich ziemlich unrühmliche Ergebnisse zu Tage. Unser Kapitän wurde daraufhin (straf)versetzt und lenkt nun die Barkasse "Schmucke Hilde" im Hamburger Hafen, wo er auf der großen Hafenrundfahrt seinen Gästen Aufgaben und Ziele der Ozeanriesen erklärt...
Und wenn Sie das nächste Mal auf einer Kreuzfahrt sind, dann denken Sie an unseren Kapitän und sinnieren bei einem guten Drink an der Bar über neue Kennzahlen für Ihr Unternehmen...
Schiff ahoi!
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